Neue Testverfahren für wirksamere Therapien bei Osteoporose

Das Projekt „InVITOP“ will eine zuverlässige und standardisierte in-vitro-Testbatterie entwickeln, die die Wirksamkeit und Sicherheit neuer Wirkstoffe gegen Osteoporose an menschlichen Knochenzellen im Labor testen kann. Die Testbatterie soll alle Anforderungen für eine Zulassung erfüllen und damit Tierversuche deutlich reduzieren.

Untersuchung von Patientin
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Worum geht es im Projekt „InViTOP“?

In Deutschland sind rund acht Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Durch einen Abbau der Knochensubstanz sind die Knochen der Betroffenen so porös, dass bereits ein für andere harmloser Sturz zu Knochenbrüchen führen kann. Die Entwicklung neuer Therapien ist dringend notwendig, doch Tierversuche als bisheriger Standard sind aufwendig, zeitintensiv und im Ergebnis nicht immer auf den Menschen übertragbar. Das Projekt InViTOP will hier Abhilfe schaffen und entwickelt dafür eine innovative in-vitro-Testbatterie. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Versuchen mit menschlichen Knochenzellen in zwei- oder dreidimensionalen Kulturen, die es ermöglichen, die Wirkung potenzieller Medikamente zu prüfen.

Was ist das Besondere an diesem Ansatz?

Tierversuche gelten bei der Erprobung von Wirkstoffkandidaten bislang als beste verfügbare Methode, obwohl deren Ergebnisse nicht immer auf den Menschen übertragbar sind. Problematisch wird es vor allem, wenn die Medikamente Zielstrukturen adressieren, die im Tier gar nicht vorhanden sind. Hier setzt das Projektteam an. Die laborbasierten in-vitro-Versuche der Testbatterie sollen menschenspezifische biologische Prozesse direkt nachbilden. Dadurch sind die Ergebnisse deutlich besser auf den Menschen übertragbar. Außerdem kombiniert das Projekt wissenschaftliche Präzision mit Praxisnähe. Die Testbatterie ist so konzipiert, dass sie alle Anforderungen der US-amerikanischen und europäischen Zulassungsbehörden erfüllen und gleichzeitig effizient, standardisiert und industriekompatibel eingesetzt werden kann. Außerdem erhoffen sich die Forscher und Forscherinnen einen weiteren Vorteil. Die innovative Testbatterie soll nicht nur neue Therapien testen, sondern auch Nebenwirkungen bestehender Medikamente auf die Knochengesundheit schnell erkennen können.

Wie trägt das Projekt zum 3R-Prinzip bei?

Bei der Entwicklung neuer Therapien sind bislang Tierversuche im großen Maßstab vorgeschrieben. Die in-vitro-Testbatterie soll hier genauere und besser auf den Menschen übertragbare Ergebnisse liefern. Neue Wirkstoffe gegen Osteoporose sowie mögliche Nebenwirkungen könnten so mit Hilfe von zellbasierten Verfahren untersucht werden, um so die Anzahl der notwendigen Tierversuche deutlich zu reduzieren und perspektivisch möglichst vollständig ersetzen.

Was ist das langfristige Ziel des Projekts?

Langfristig möchte das Projektteam die präklinische Forschung für Osteoporose grundlegend verändern und die Zahl der nötigen Tierversuche deutlich reduzieren. Innerhalb der Projektlaufzeit will das Projektteam eine zuverlässige, standardisierte in-vitro-Testbatterie entwickeln, die die Wirksamkeit und Sicherheit neuer Wirkstoffe realistisch am menschlichen System überprüft und alle Anforderungen für eine Zulassung erfüllt. Große Pharmafirmen haben ihr Interesse bereits bekundet. 

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt das Projekt InViTOP im Rahmen der Förderrichtlinie „Alternativmethoden zum Tierversuch“ mit 767.260 Euro.

Kontakt zum Projektkoordinator Prof. Dr. Frank Buttgereit von der Charité Universitätsmedizin Berlin

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