ECHA beauftragt Konsortium zur Förderung von NAMs

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA (European Chemicals Agency) hat ein Konsortium beauftragt, sogenannte New Approach Methodologies (NAMs) zu erforschen. Dahinter verbirgt sich die Untersuchung der Zuverlässigkeit und Relevanz neuer Technologien als Alternativen für Tierversuche.

Wissenschaftler betrachtet Proben im Labor.
ECHA fördert die Entwicklung neuer Alternativmethoden zum Tierversuch. Quelle: Adobe Stock / angellodeco

Das Konsortium soll Leitlinien zur Vorhersagbarkeit von Substanzeigenschaften entwickeln. Die zuverlässige Vorhersage der Eigenschaften von chemischen Stoffen, für die bislang keine ausreichenden Sicherheitsinformationen vorliegen, soll langfristig die Anzahl der Tierversuche für Sicherheitsbewertungen reduzieren.

Ziel des Auftrags ist es, verschiedene NAMs durch Regulierungsbehörden anerkennen zu lassen. Der Schwerpunkt liegt auf molekularbiologischen Technologien wie Transcriptomics, Proteomics, Metabolomics und weiteren (zusammengefasst als OMICS). OMICS-Technologien untersuchen beispielsweise die Aktivierung von Genen (Transkriptomik) oder ganzen Stoffwechselprozessen (Metabolomik) in kultivierten Zellen oder einem Organismus. Die Toxikokinetik trifft Vorhersagen über die Kinetik von potenziell toxischen Stoffen in einem Organismus, einschließlich der Art und Weise, wie sie aufgenommen, verteilt und abgebaut werden.

„Dieses Projekt wird dazu beitragen, NAMs wie Multiomik und physiologisch basierte kinetische Modellierung in die Risikobeurteilung zu integrieren, sodass es möglicherweise nicht mehr erforderlich sein wird, Tierversuche für jeden einzelnen Stoff durchzuführen.“
Dr. Sylvia Escher, Abteilungsleiterin In-silico-Toxikologie am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM)

Das Fraunhofer-Institut ITEM in Hannover leitet das Forschungsprojekt. Weitere Partner des Kernteams sind die Unternehmen Michabo Health Science aus Coventry/England und BASF Metabolome Solutions in Berlin. Unterstützt wird das Projekt zudem von der Abteilung für experimentelle Toxikologie und Ökologie der BASF, der Universität Birmingham sowie den Biotech-Unternehmen BioClavis und Novogene Europe. Der Auftrag hat eine Laufzeit von sechs Jahren und wird mit insgesamt 4,2 Millionen Euro durch ECHA gefördert.

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