Organ-on-Chip-Exponat auf Tour mit der MS Wissenschaft
Das 3R-Center Tübingen bringt die Organ-on-Chip-Technologie als prominentes Beispiel für moderne Biomedizin auf die MS Wissenschaft. Das interaktive Exponat verdeutlicht, wie Organ-on-Chip-Systeme bereits heute die klinische Translation beschleunigen und Tierversuchszahlen senken können. Ein Signal für die Sichtbarkeit und Akzeptanz der 3R-Forschung in der breiten Öffentlichkeit.
Quelle: 3R-Center Tübingen
Das 3R-Center Tübingen ist in diesem Jahr mit einem eigenen Exponat auf der MS Wissenschaft vertreten. Im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung für Wissenschaftsprojekte wurde das Konzept des Teams ausgewählt, um als Teil der Ausstellung „Medizin der Zukunft“ neue Wege in der Biomedizin aufzuzeigen. Das Projekt bietet die Gelegenheit, moderne Alternativmethoden zum Tierversuch einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Pulsierendes Herzgewebe auf dem Mikrochip
Im Mittelpunkt steht ein sogenanntes „Mini-Herz“. Dabei handelt es sich um ein Organ-on-Chip-System, bei dem menschliches, schlagendes Herzgewebe auf einem Mikrochip kultiviert wird. Besucherinnen und Besucher können live beobachten, wie sich die Physiologie des Menschen im Kleinstformat nachbilden lässt. „Das Mini-Herz steht exemplarisch dafür, dass sich menschliche Organfunktionen bereits heute realitätsnah im Labor nachbilden lassen“, erklärt Pauline Jeckel, Leiterin der Geschäftsstelle der 3R-Centers Tübingen. Diese Technologie dient nicht nur der Reduzierung von Tierversuchen, sondern ermöglicht eine Forschung, die passgenaue Therapien für die personalisierte Medizin verspricht.
Wie leistungsfähig diese Systeme in der Praxis bereits sein können, zeigt etwa die Arbeit des „MicroOrganoLab“, einem Forschungsverbund der Universität Tübingen. Dort wurde ein Retina-Chip entwickelt, mit dem in Kombination mit Netzhaut-Organoiden die Wirksamkeit einer Gentherapie bei einer seltenen Form von Kinderdemenz erfolgreich untersucht werden konnte. In diesem Modell konnte die krankheitstypische Schädigung der Netzhaut erfolgreich reduziert werden, ganz ohne Tierversuche. „Die Ergebnisse waren so aussagekräftig, dass sie den Weg für eine klinische Studie ebneten“, betont Jeckel. „Solche Arbeiten zeigen, welches Potenzial Organ-on-Chip-Systeme haben: nämlich Entwicklungszeiten zu verkürzen und gleichzeitig den Transfer in die klinische Anwendung zu erleichtern.“
Komplexe Forschungsthemen zum Anfassen
Die MS Wissenschaft ist ein umgebautes Frachtschiff, das als schwimmendes Science Center jedes Jahr durch Deutschland und Österreich tourt. Die diesjährige Fahrt beginnt am 7. Mai in Berlin. Die Ausstellung greift mit interaktiven Exponaten den Themenschwerpunkt des jeweiligen Wissenschaftsjahres des Bundesforschungsministeriums auf. In diesem Jahr steht die „Medizin der Zukunft“ im Mittelpunkt. Die Ausstellung bietet eine Plattform, um komplexe Forschungsthemen im Dialog mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern anschaulich zu vermitteln.
Weiter Informationen zur Route der MS Wissenschaft und zur Ausstellung finden Sie hier.
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